Psychodrama

Dr. med., Dr. h.c. Jakob Levy Moreno (1989–1974), Psychiater, Philosoph und Begründer der Triadischen Methode „Psychodrama, Soziometrie, Gruppenpsychotherapie.“ Biographie J.L. Moreno .

Der Begriff Psychodrama Donau-Universität Krems wird international als synonym für die Triadische Methode „Psychodrama, Soziometrie, Gruppenpsychotherapie“ verwendet und steht für ein systemisches Verfahren mit tiefenpsychologischen und verhaltensmodifizierenden Dimensionen. Neben der psychotherapeutischen Verwendung findet es auch als ressourcenorientiertes Verfahren in der Organisations- und Personalentwicklung sowie in der Bildung und der Netzwerkarbeit Anwendung. „Drama ist ein griechisches Wort und bedeutet „Handlung“ (oder etwas, was geschieht.) Psychodrama kann darum als diejenige Methode bezeichnet werden, welche die Wahrheit der Seele durch Handeln ergründet.“ (Moreno, 1959, S. 77)

Das Verfahren Psychodrama reicht weit über das Denken und Reden hinaus. Gedanken, Gefühle, Konflikte, Träume und Ängste können nach außen gebracht, erkundet und sinnlich erfahrbar gemacht werden. Es ermöglicht dem Individuum, seine Gedanken und Gefühle zu externalisieren und ihnen eine konkrete Gestalt mit Bezug zu Zeit, Raum und Realität zu geben. So kann die Innenwelt – mit Hilfe der Bühne und den Gruppenmitgliedern – zur realen Situation werden.

Ein immer wiederkehrender Streit oder ein regelmäßig aufsteigendes Gefühl, welches das Leben permanent erschwert oder gar behindert, kann sichtbar gemacht, erfasst und gezielt verändert werden. Die Situation kann noch einmal bewusst erlebt und dann reflektiert werden. Ist der Ursprung des Hindernisses erst einmal bekannt, kann das Individuum nach alternativen Handlungsstrategien suchen.

Die zentrale Aufgabe der humanistischen Psychotherapie ist es, dem Individuum die Möglichkeiten seiner Wahlfreiheit bewusst zu machen und sie zu fördern.

Diese alternativen Handlungsstrategien können über das Inszenieren realer Situationen erprobt und ihre möglichen Konsequenzen erlebbar bzw. „erfühlt“ werden. Welche Auswirkung hat die Handlungsalternative? Wie wird sich die Situation verändern, die bisher immer zum Streit ohne Lösung geführt hat? Über das reale Erproben alternativer Handlungsstrategien lässt sich eine Wahl für zukünftiges Handeln treffen.

Das Psychodrama wird unter anderem in der Einzel-, Paar- oder Gruppentherapie angewandt. In der Gruppentherapie entfaltet das Psychodrama seine volle Wirksamkeit.

Literatur:
Moreno, Jakob Levy. (2008). Gruppenpsychotherapie und Psychodrama. Einleitung in die Theorie und Praxis (6. unveränderte Auflage). Stuttgart: Thieme.